GER F 658 SAN FRANCISCO zum „Zweiten"

Vor zwei Jahren haben wir die „International Regatta for Nordic Folkboats" in San Francisco zum ersten Mal besucht Damals bestand die Mannschaft der SV 03 aus Skipper Christoph Nielsen, Gunter May und Wolfgang Klemm. Wir haben etwas Lehrgeld gezahlt und viel Erfahrung vor Ort gesammelt. Die Ergebnisentwicklung bis zum letztlich 5. Platz in dem 23 Boote starken Feld hat Christoph aber ermutigt, auch 2007 wieder anzutreten.

Die Deutsche Meisterschaft 2006, der Gewinn der Kieler Woche und der Travemünder Woche in 2007 in der Folkeboot-Klasse und das neu erworbene F-658 waren Motivation genug. Christophs Mannschaft stand mit Torben Dehn und Klaus Reichenberger (beide vom SC Eckernförde).

Gemeinsam hatten sie 2007 alles gewonnen, was man mit den F´s gewinnen kann. Nur die „Tegeler Kanne" haben Sie (aus Furcht ???) ausgelassen. Der Berichterstatter (Wolfgang Klemm SV 03) reiste als Begleiter mit. Die „San Francisco Bay Folkboat Association" hatte eingeladen und mit dem Engagement unzähliger Helfer diese Regatta noch besser vorbereitet, als jene vor zwei Jahren. Die für die europäischen Crews vorgesehenen Boote mussten ausgeborgt und in einen segelfähigen Zustand versetzt werden. Allen angereisten Crews wurde eine kostenfreie Unterkunft angeboten. Ein Rahmenprogramm, die Preise und das offizielle Programmheft machten nicht weniger Arbeit.

Statt 23 Schiffen waren diesmal nur 18 Schiffe am Start. Die 8 US-Regatta-Teilnehmer mussten sich zuvor in Ausscheidungsregatten qualifizieren. Außerdem beteiligten sich drei dänische, zwei holländische, zwei schwedische, ein englisches und zwei deutsche Boote.

Und so standen wir nach langem Flug am 14. September 2007 in dem uns zur Verfügung gestellten Haus in Point Richmond auf der Terrasse und sahen San Francisco auf der Südseite der SF-Bay im Abendlicht versinken.

In unserer kleinen Bucht lag zwei Häuser bzw. zwei Stege weiter das rote F-Boot von Evie Ashcroft und David Thomson, das später unserer Crew im Losverfahren zufiel.

Evie und David hatten mit großem Einsatz für die Unterbringung aller Crews gesorgt. Mit einer vor ihrem Haus geparkten Motoryacht übernahmen sie auch die tägliche Regattabegleitung und den knapp 3/4 stündigen Transport   

der in Point Richmont wohnenden Crews zum SF-Yachtclub und zurück. Wir haben ihnen sehr zu danken.

 

Am Sonnabend (15..9.) folgte eine schnelle Erkundungstour durch SF. Insbesondere suchten wir ein zuvor aus dem Internet „gefischtes" Laden-Geschäft, in dem wir deutsche Lebensmittel (Wurst, Käse, Gurken ect.) zu einem von uns für Dienstag geplanten „Deutschen Abend" einkauften. Wir fanden ihn und er hatte Pumpernickel, Vollkornbrot, Landjäger, Leber- und Teewurst, saure und Senf-Gurken u.v.m.

Nach Anmeldung und Bootsverlosung folgte am Sonntag die feierliche Eröffnung der Regattawoche mit dem Abspielen der Nationalhymnen,   dem gleichzeitigen Hissen der Flaggen, mit der Vorstellung der Crews und einem reichhaltigen Sektempfang „an" Sushi.

An den zugelosten Booten wurde geschraubt und geschliffen, was das Zeug hielt.

Unsere Crew montierte eine weiter innen liegende Fock-Schiene und musste die Mast-Keep aufschleifen, da die mitgebrachten zwei Segelsätze sonst nicht gepasst hätten. Alles bedurfte natürlich der Zustimmung der Eigner. Evie und David hatten Vertrauen in uns. Am Mast arbeiteten zeitweise bis zu 6 Mann einer internationale „Schleiftruppe" aus den USA, den Niederlanden und Deutschland. Alle halfen und so war schon dieser Einstieg ein Zeichen guter Kameradschaft, die bei einigen Bieren anschließend noch vertieft wurde.

 

Montag - „tune-up-race"

Das erste Rennen auf dem s.g. Olympic Circle, der etwa vor Richmond an der Ost-Seite der Bay liegt, diente dem Kennenlernen von Boot, Revier und Strömung.

Der Berichterstatter freute sich über die Einladung, auf dem Boot von Peter Jeal und Susan Parker, den Siegern der letzten Regattaserie 2005, mitsegeln zu dürfen.

Wir kamen als dritte ins Ziel.

 

Am Abend gab es dann schon einen der Höhepunkte des Begleitprogramms: ein Bar-beque in einem von Frank Lloyd Wright entworfenen Anwesen mit weitem Blick über die San Francisco Bay.

Dieses mal ohne tide-talk.

Es gab Kuchen, div. Salate, Würstchen und vor allem diese wunderbar zubereiteten Steaks, von denen man nicht genug bekommen konnte.

 

Dienstag - race 1 and 2

Wie am Vortag war der Kurs auf dem Olympic-Circle ausgelegt.

Alle waren wieder nüchtern und so starteten Christoph´s und eine niederländische Crew noch frohen Mutes mit der „Grand Banks" von David Thompson zunächst Richtung SFYC, um dann mit ihren Segelbooten die beiden Rennen zu bestreiten.

Der Berichterstatter hatte sich die Anfertigung des Buffets auferlegt und konnte deshalb nicht das Fiasko miterleben, das Christoph und seine Crew ereilte. Bei kräftigen Winden und anwachsender Welle ersegelten sie nur einen 13. und einen 7. Platz. Die Enttäuschung bei uns allen war riesengroß, denn dafür waren wir nicht über den Teich geflogen. Die drei hatten schnell eine Erklärung parat, die einigen Regatta-Teilnehmern z.T. Verständnislosigkeit und leichten Spott entlockte.

Es lag alles nur am Mast!

 

Ein neuer Mast musste her. Geduldig besorgten die Veranstalter einen anderen Mast, der aus einem nicht benutzten Boot stand. Die Vortags- „Schleiferei" war vergeblich. Der Erfolgsdruck der Mannschaft wurde gewaltig.

In der Zwischenzeit waren die 400 Schnittchen fertig geschmiert, die 300 Spießchen aufgespießt und das Bier in ausreichender Menge im

Windschatten des Hauses gekühlt. Der von uns gegebene und von der Deutschen F-Boot- Klassenvereinigung gesponserte Abend wurde dann langsam auch für F 658-Crew entspannend.

 

Mittwoch - race 3 und 4

Diesmal wurden die Rennen fast vor der „Haustür" in der Knox Race Area auf der Nord-Westseite der Bucht ausgetragen.

Der Mast war am Morgen ausgewechselt, die Nervosität vor dem dritten Start riesengroß. Welch eine Freude war es dann, mitzuerleben, wie F 658 beide Rennen dieses Tages als Sieger beendete.

Im ersten Rennen nur von den zu früh gestarteten SWE 1358 an der Starttonne bedrängt, konnten sie sich nach kurzer Zeit frei segeln und schon mit beachtlichem Vorsprung das Luv-Fass erreichen.

Bei sicherlich 5 bis 6 Bf und kernigem Wellengang z.T. gegen die Strömung war das schon eine Meisterleistung.

Noch völlig durchnässt wurde dennoch als Zugabe vor dem Besucherschiff noch für die „Galerie" gesegelt

Dieser Tag war eher nach dem Geschmack von Christoph, Torben und „Jimmy". Da durften sie sich mit einem Bier in der Hand schon etwas näher an die „Nationale" drängen.

Donnerstag - Ruhetag

Christoph und Torben mit dem Auto, Jimmy und der Berichterstatter mit der Jet-Fähre als Beförderungsmittel.

So näherten wir uns Pier 39 an der Fishermans Wharf, vorbei an Al Catraz, die Golden-Gate-Bridge im Hintergrund. Dann ging es zu Fuß noch etwas durch die Stadt, durch China-town, vorbei an den Cable-cars und dem beeindruckenden Pyramide. Der Tag verflog, dennoch hatten sich alle zurück gehalten,

um für die restlichen Rennen ausreichend Kondition zu bewahren. Die gröbste Neugier auf SF war befriedigt.

Der Rest ist eigentlich schnell berichtet:

Freitag - race 5 und 6

Beide Rennen wurden unmittelbar vor der Skyline von SF ausgetragen und führten bei wieder heftigem Westwind bis fast unter die Golden- Gate-Bridge. Dort herrscht der stärkste Gezeiten-Strom, denn die Enge ist der einzige Ein- bzw. Auslass des Wassers für die gesamte Bay.  

Die Jungs auf G 658 hatten noch Zeit für ein paar Selbstportraits und selbstverständlich auch für ein Bier, nachdem sie einen weiteren ersten und einen dritten Platz ersegelt hatten.

Der Berichterstatter bekam zu diesen Rennen eine Einladung von Richard Keldsen und seinem Vorschoter All Jolly, auf USA 107 mitzusegeln.  Leider war schon nach der zweiten Runde des fünften Rennens Schluss, da uns auf der Vorwindstrecke -in landschaftlich „aussichtsreichster" 14. Position ! - das noch aussichtsreicher liegende niederländische Boot NED 773 das Ruder absegelte. So ging es zügig im Schlepp nach Hause, dort für ein Erinnerungsfoto vor die Kamera und anschließend aus versicherungstechnischen Gründen in die Protestverhandlung.

 

 

 

Sonnabend - race 7, Trophy dinner and celebration

Das letzte Rennen wurde wieder auf dem Olympic Circle ausgetragen. Mit dem vierten Platz in diesem Rennen hat es für Christophs Crew einen sicheren und wohl auch versöhnlichen dritten Platz in der Gesamtwertung gegeben. Der Respekt aller Teilnehmer vor dieser Leistung war deutlich spürbar.

Das abendliche Dinner mit der Preisverteilung war ein krönender Abschluss. Es geriet etwas aus den Fugen, als von jeder Crew fast aus dem Stegreif ein musikalischer oder theatralischer Beitrag zur Unterhaltung der Festgäste erwartet wurde. Als wir nun auch noch die bereits zuvor von den Schweden unter Gitarrenbegleitung sehr gut abgewandelte Melodie „...if you come to San Francisco be sure to wear some flowers in your hair..." für unseren Beitrag verwendeten, erreichte die Stimmung nicht gerade einen neuen Höhepunkt. Immerhin gab es einen kleinen Achtungsapplaus. Danach wurde der Abend aber sehr schön, feucht, musikalisch und beziehungsreicher.

Abschied hing in der Luft, manch liebes Wort wurde gewechselt, manch Händchen fester gedrückt und Versprechen auf ein Wiedersehen in zwei Jahren abgegeben.

 

Gern kommen wir wieder.

Christoph Nielsen

Wolfgang Klemm

Torben Dehr

Jimmy Reichenberger

2007 SAN FRANCISCO zum ZWEITEN

 

ENDERGEBNISSE NACH 7 WETTFAHRTEN

Pos  Sailnr.  Boat       Skipper               Points total

1 106 USA David Wilson 22
2 113 USA Peter Jeal 27
3 658 GER Christoph Nielsen 30
4 109 USA Michael Goebel 37
5 907 DEN John Wulff

42

6 926 DEN Per Buch 45
7 534 NED Johan Hellman 59
8 718 GBR Stuart Watson 59
9 1030 DEN Ditte Andreasen 61,7
10 112 USA Bill DuMoulin 61,7
11 111 USA Tom Reed 67
12 1358 SWE Donals Bratt 73
13 108 USA Chris Herrmann 74
14 1205 SWE Bengt Jarfelt 89
15 852 GER Robert Winkler 91
16 773 NED Hylke Stokvis 108
17 107 USA Richard Keldsen 119
18 121 USA Brock de Lappe 123

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Folkebootflotte Berlin

Rainer Birckenstock

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